Satzung-alt

I. Verfassung      II. Zuchtprogramm      III. Zuchtbuchordnung

Pferdestammbuch Schleswig-Holstein und Hamburg e.V.

Steenbeker Weg 151, 24106 Kiel, Mai 2010

In das Vereinsregister - 5 VR 2109 - beim Amtsgericht Kiel eingetragen.

I. VERFASSUNG 

§ 1 Name, Sitz, Verbandsgebiet

Der Zuchtverband führt den Namen “Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg e.V.” und hat seinen Sitz in Kiel. Der räumliche Tätigkeitsbereich bezieht sich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande und Dänemark, wobei Schleswig-Holstein und Hamburg das Kernzuchtgebiet bilden. Der sachliche Tätigkeitsbereich bezieht sich auf die in der Zuchtbuchordnung (ZBO) aufgeführten Rassen.
Er ist eine nach dem Tierzuchtgesetz anerkannte Züchtervereinigung.

§ 2 Zweck und Aufgaben

Der Verband hat die Aufgabe, die Zucht von Ponys, Kleinpferden, Schleswiger Kaltblutpferden und Spezialzuchten sowie die allgemeine Landespferdezucht und die Ausbildung der Jugend innerhalb des Verbandsgebietes zu fördern. Sein Zuchtziel ist die Züchtung langlebiger, anspruchsloser, charakterlich einwandfreier und gängiger Ponys, Pferde und Esel in einem der jeweiligen Rasse entsprechenden Typ unter Berücksichtigung des Tierschutzes. Der Zweck soll erreicht werden durch:
1.    Beratung in allen Fragen der Pferdezucht  und -haltung, Fütterung, Krankheitsbekämpfung usw.,
2.    Zusammenschluss aller Züchter von Ponys, Kleinpferden, Schleswiger Kaltblut und Spezialzuchten im Verbandsgebiet,
3.    einheitliche Zuchtbuchführung nach der verbandlichen Zuchtbuchordnung,
4.    Durchführung der verbandlichen Zuchtprogramme,
5.    Veranstaltung von Schauen und Beschickung von Ausstellungen,
6.    Sicherstellung, dass alle Anforderungen des Tierzuchtgesetzes und des Tierschutzge-setzes umgesetzt werden,
7.    Förderung der Jugend durch Ausbildung und Beratung in allen Fragen der Pferdezucht und –haltung.

Der Verband ist ausschließlich und unmittelbar gemeinnützig tätig im Sinne des Abschnittes „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Er verfolgt den Zweck, die Pferdezucht zu fördern. Dem deutschen Sprachgebrauch entsprechend umfasst der Begriff „Pferd“ alle Ras-sen einschließlich der Ponys und Kaltblüter. Die Förderungsmaßnahmen sind auf die Zuchtziele der in der Zuchtbuchordnung genannten Rassen ausgerichtet.
Der Verband kann im Auftrag öffentliche Aufgaben wahrnehmen.
Der Verband ist nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet.
Züchterische Fragen von grundsätzlicher Bedeutung sowie allgemeine sonstige Aufgaben werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) –Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht -, Warendorf, geregelt.
Das Pferdestammbuch erkennt die Zuchtverbandsordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (ZVO) verbindlich an.

§ 3 Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft ist freiwillig und steht jedem offen, der die Bedingungen der Satzung anerkennt. Jeder Züchter, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat ein Recht auf Mitgliedschaft.

Mitglied kann jede natürliche Person, Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (Zuchtgemeinschaft) oder juristische Person werden. Im Fall einer Zuchtgemeinschaft muss dem Verband ein alleinvertretungsberechtigtes Mitglied benannt werden, das die Beitrittserklärung zu unterschreiben hat und stimmberechtigt ist. Diese Person erhält die Zuchtbescheinigungen ausgehändigt und ist für die Zahlungen der Gebühren verantwortlich.

Der Verband besteht aus:

1. Mitglieder

2. Juniorenmitgliedern

3. Ehrenmitgliedern

Die Mitgliedschaft wird durch Unterzeichnung der Beitrittserklärung erworben. Die Mitglieder haben einen Beitrag zu zahlen, dessen Höhe von der Mitgliederversammlung festgesetzt wird.

Juniorenmitglieder sind an der Zucht Interessierte ohne Zuchtpferde bis zum Alter von 18 Jahren bzw. bei Nachweis der Ausbildung bis maximal zur Vollendung des 27. Lebensjahres.

Ehrenmitglieder sind um die Förderung des Verbandes besonders verdiente Persönlichkeiten. Sie werden auf Vorschlag des Beirates von der Mitgliederversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit gewählt.

§ 4 Verlust der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft erlischt:

1. durch Tod des Mitgliedes,

2. durch Auflösung des Verbandes,

3. durch freiwilligen Austritt nach vorheriger schriftlicher Kündigung zum Schluss des Geschäftsjahres. Die Kündigung muss spätestens bis zum 1.Dezembervorliegen,

4. durch Ausschluss, falls ein wichtiger Grund vorliegt.

Wichtige Gründe sind u.a.:

a) dass Mitglieder sich betrügerischer Handlungen in der Zuchtbuchführung schuldig gemacht haben,

b) dass ein Mitglied tierquälerische Handlungen begeht,

c)  wenn ein Mitglied nach Erhalt der Rechnung und zweimaliger Mahnung seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt,

d) wenn ein Mitglied gegen die Satzung verstößt.

Der Ausschluss erfolgt nach Vorstandsbeschluss durch den Vorsitzenden. Er ist durch eingeschriebenen Brief mitzuteilen. Gegen den Ausschluss kann innerhalb von 4 Wochen nach Zustellung des Beschlusses Einspruch eingelegt werden. Über den Einspruch entscheidet der Beirat; dessen Entscheidung ist endgültig.

5. Die Mitgliedschaft erlischt nicht durch die Abmeldung des letzten eingetragenen Pferdes.

Ausscheidende Mitglieder haben keinen Anspruch auf das Vermögen des Verbandes. Sie sind zur Leistung des Beitrages für das laufende Geschäftsjahr sowie zur Erfüllung anderer, dem Verband gegenüber bestehender Verbindlichkeiten verpflichtet.

§ 5 Rechte und Pflichten der Mitglieder

Die Mitglieder haben das Recht, die Einrichtungen des Verbandes zu nutzen, an den züchterischen Veranstaltungen des Verbandes teilzunehmen und Anträge zu stellen.

Mitglieder haben keinerlei Anspruch auf Leistungen des Verbandes, wenn sie ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Verband nach Rechnungsstellung und zweimaliger Mahnung nicht nachgekommen sind. Hierzu gehören u.a. die Ausstellung von Zuchtbescheinigungen und die Lieferung der Verbandszeitschrift.

Die Mitglieder haben die Pflicht:

a) Die Satzungen des Verbandes und die Beschlüsse seiner Organe zu befolgen,

b) die festgesetzten Beiträge und sonstigen Verpflichtungen dem Verband gegenüber pünktlich zu erfüllen,

c)  die Vorschriften der Stutbuchführung ordnungsgemäß zu erfüllen,

d) dem Verband zur Durchführung seines Zweckes auf Verlangen Auskunft zu erteilen,

e) einzutragende Stuten und sämtliche Fohlen der Stuteneintragungs- und Prämierungskommission vorzustellen und diese eintragen, registrieren und kennzeichnen zu lassen.

§ 6 Organe des Zuchtverbandes

Organe des Zuchtverbandes sind:

1.       der Vorstand

2.       der Beirat

3.       die Rassebeiräte

4.       die Mitgliederversammlung.

Alle zur Wahl vorgeschlagenen Personen dürfen im Jahr der Wahl nicht älter als 65 Jahre alt werden.

§ 7 Der Vorstand

Der Vorstand besteht aus 5 Mitgliedern, und zwar:

  • dem Vorsitzenden
  • dem stellvertretenden Vorsitzenden
  • und 3 weiteren Vorstandsmitgliedern

Jedes Vorstandsmitglied wird für 3 Jahre gewählt, Wiederwahl ist zulässig. Die Mitgliederversammlung kann jedoch einzelne Vorstandsmitglieder jederzeit aus wichtigem Grund abberufen. Wichtige Gründe sind unter § 4, Abs. 4, genannt. Der Geschäftsführer gehört dem Vorstand mit beratender Stimme an.

Der Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende und der Geschäftsführer führen die Geschäfte. Der Vorstand wird gerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam vertreten. Im Innenverhältnis dürfen der 1. stellvertretende Vorsitzende und die drei weiteren Vorstandsmitglieder jedoch nur vertreten, wenn der Vorsitzende oder der Geschäftsführer verhindert, für längere Zeit nicht erreichbar oder auf Grund von Notfällen ausgefallen ist. Dabei vertritt der 1. stellvertretende Vorsitzende den Vorsitzenden, ein beliebiges anderes Vorstandsmitglied den Geschäftsführer.

Dem Vorstand obliegt die Entscheidung in allen Verbandsangelegenheiten, soweit sie nicht der Mitgliederversammlung vorbehalten sind. Der Vorstand hat insbesondere die Aufgabe:

1. Die Zuchtbuchordnung im Rahmen der tierzuchtrechtlichen Bestimmungen, das Zuchtprogramm, den Voranschlag und den Jahresabschluss zu beraten und der Mitgliederversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen,

2. das Vermögen des Verbandes zu verwalten,

3. der Mitgliederversammlung Vorschläge über die Höhe der Gebühren und Beiträge zu machen,

4. Mitgliederversammlungen, Rassebeirats- und Beiratssitzungen sowie Rasse­versamm­lun­gen einzuberufen,

5. Absatzveranstaltungen, Schauen, Prämierungen, Leistungsprüfungen und sonstige Termine festzulegen,

6. die Kommissionen für selektive Maßnahmen in der Zucht auf Vorschlag des Beirats zu berufen.

7. Ausschluss von Mitgliedern gem. § 4 (4).

8. Auf Vorschlag des Rassebeirats Schleswiger Kaltblut zu entscheiden, welche Hengste zur Veredlung dieser Rasse eingesetzt werden.

§ 8 Der Beirat

Der Beirat besteht aus dem Vorstand und den Vorsitzenden der Körbezirke Dithmarschen, Hamburg, Nordfriesland, Ostholstein, Pinneberg-Steinburg, Plön, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Stormarn-Lauenburg und Auswärtige bzw. im Verhinderungsfall deren Stellvertretern. Die Amtsdauer aller Beiratsmitglieder beträgt 3 Jahre. Sie werden auf Vorschlag der Körbezirke von der Mitgliederversammlung gewählt.

Der Beirat berät den Vorstand. Er ist von dem Vorstand in jedem Fall bei dem Voranschlag, für die Festsetzung der Beiträge, bei der Aufstellung oder Abänderung des Zuchtprogramms und der Zuchtbuchordnung und zur Prüfung des Jahresabschlusses heranzuziehen. Bei Einsprüchen gegen den Ausschluss von Mitgliedern entscheidet der Beirat endgültig.

Der Beirat schlägt dem Vorstand die Mitglieder zur Berufung in die Verbandskör- und Stuteneintragungskommission vor.

Der Beirat ist mindestens einmal im Jahr - im übrigen nach Bedarf - einzuberufen. Das Ergebnis der Sitzungen ist schriftlich niederzulegen und vom Vorsitzenden und Geschäftsführer zu unterzeichnen. Die Beschlussfähigkeit des Beirates ist erreicht, wenn 50% seiner Mitglieder anwesend sind. Der Beirat beschließt mit einfacher Mehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

§ 9 Rassebeiräte

Die Rassebeiräte bestehen aus aktiven Züchtern der betreffenden Rasse, die auf Vorschlag von Rasseversammlungen von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Die Amtsdauer aller Rassevertreter beträgt 3 Jahre. Die Rassebeiräte sind mindestens einmal im Jahr – im übrigen nach Bedarf – einzuberufen. Wahlberechtigt in den Rasseversammlungen sind:

a)  alle Mitglieder mit mindestens einem eingetragenen Zuchttier der betreffenden Rasse sowie

b)  Mitglieder ohne eingetragene Zuchttiere, die sich spätestens zum 1. Januar des Wahljahres für die Unterstützung der betreffenden Rasse entschieden haben.

Die Zahl der Rassevertreter ergibt sich aus der Zahl der für das Jahr der Wahl fortgeschriebenen Zuchttiere:

  • über 500 eingetragene Zuchttiere     5 Rassevertreter
  • über 300 bis 500 eingetragene Zuchttiere     4 Rassevertreter
  • über 100 bis 300 eingetragene Zuchttiere     3 Rassevertreter
  • 20 bis 100 eingetragene Zuchttiere     2 Rassevertreter

Bei sonstigen Pony-/Großpferderassen erfolgt eine Zusammenlegung ähnlicher Rassen zu einem Rassebeirat.

Die Rassebeiräte haben insbesondere die Aufgabe:

  • Vorstand und Beirat im Hinblick auf rassespezifische Fragestellungen zu beraten
  • Kontakt zur züchterischen Basis herzustellen,
  • aus ihrer Mitte auf verbindlichen Vorschlag der Rasseversammlung eine Person sowie dessen Stellvertreter zu bestätigen, die den Verband gemeinsam mit dem Zuchtleiter im Rasseparlament der FN vertreten,
  • dem Vorstand die Rassevertreter zur Berufung in die Verbandskör- und Stuteneintragungskommission verbindlich vorzuschlagen,
  • Mithilfe bei Analyse der Abstammung von Zuchttieren zu leisten,
  • alle Züchter der betreffenden Rasse mindestens einmal jährlich außerhalb der Mitgliederversammlung zu informieren.
  • Der Rassebeirat Schleswiger Kaltblut hat weiterhin die Aufgabe, dem Vorstand vorzu-schlagen, welche Hengste zur Veredlung dieser Rasse eingesetzt werden.

Die Rassebeiräte werden vom Vorstand bzw. von der Geschäftsführung über alle die jeweilige Rasse betreffenden Angelegenheiten möglichst schriftlich unterrichtet. Diese Mitteilungspflicht gilt insbesondere für Mitteilungen des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

§ 10 Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung ist mindestens einmal im Jahr einzuberufen. Einberufung und Tagesordnung sind den Mitgliedern unter Einhaltung einer Frist von 21 Tagen in der Verbandszeitschrift oder als Rundschreiben bekannt zu geben. Der Mitgliederversammlung obliegt:

  • 1. Die Entgegennahme des Jahresberichtes und der Jahresrechnung sowie Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung,
  • 2. die Beschlussfassung über die Änderung der Satzung,
  • 3. die Beschlussfassung über die Auflösung des Verbandes,
  • 4. die Festsetzung der Beiträge und Gebühren,
  • 5. die Wahlen der Vorstandsmitglieder, des Beirats, der Rassebeiräte, der Rechnungsprüfer und der Ehrenmitglieder.

Einfache Stimmenmehrheit entscheidet. Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig. Ausnahme ist § 17. Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind schriftlich niederzulegen und vom Vorsitzenden und vom Geschäftsführer zu unterzeichnen.

Anträge an die Mitgliederversammlung sind mindestens 7 Tage vorher in schriftlicher Form beim Verband einzureichen. Der Vorstand hat unverzüglich eine Mitgliederversammlung einzuberufen, wenn 20% der Mitglieder dies unter Angabe der Tagesordnung verlangen.

§ 11 Der Geschäftsführer

Der Geschäftsführer wird auf Vorschlag des Vorsitzenden im Einvernehmen mit dem Vorstand durch die Mitgliederversammlung gewählt. Grundlage für seine Tätigkeit ist die tierzuchtrechtlichen Bestimmungen. Der Geschäftsführer ist als Zuchtleiter der für die Zuchtarbeit verantwortliche Vertreter des Verbandes. Er hat die laufenden Arbeiten zu erledigen und im übrigen folgende Aufgaben:

1. Er ist verantwortlich für die Stutbuchführung nach den jeweils geltenden tierzuchtrechtlichen Vorschriften,

2. er ist verantwortlich für die Rechnungs- und Kassenführung,

3. er ist verantwortlich für die Erstattung des Geschäftsberichtes sowie die Anfertigung der Niederschriften über die Sitzung des Vorstandes, des Beirates, der Rassebeiräte und der Mitgliederversammlungen,

4. Vorbereitungen der Schauen, Prämierungen, Leistungsprüfungen und sonstige für die Förderung der Zucht, Haltung und Fütterung vorgesehenen Veranstaltungen,

5. Beratung in allen Fragen der Zucht, Haltung und Fütterung,

6. Bearbeitung aller züchterischen Fragen wie Zuchtaufbau und Vererbungsforschung,

7. Mitglied in den Kommissionen für selektive Maßnahmen in der Zucht.

Der Geschäftsführer ist der Dienstvorgesetzte der Angestellten des Verbandes, er ist für deren Einstellung und Entlassung nur mit Zustimmung des Vorsitzenden im Einvernehmen mit dem Vorstand verantwortlich.

§ 12 Geschäftsjahr und Rechnungsprüfung

Das Geschäftsjahr läuft vom 01. Januar bis 31. Dezember. Nach Abschluss der Jahresabrechnung sind die Bücher durch einen anerkannten Steuerberater bzw. Steuerbevollmächtigten zu prüfen. Die sachliche Prüfung der Einnahmen und Aus­gaben erfolgt durch die von der Mitgliederversammlung gewählten Rechnungsprüfer. Diese haben das Ergebnis der Mitgliederversammlung vorzutragen.

§ 13 Entschädigung

Die Vorstands-, Beirats- und Rassebeiratsmitglieder sowie im Auftrag des Verbandes tätige Kommissionen mit Ausnahme des Geschäftsführers und dessen Vertreters sind ehrenamtlich tätig. Reisekosten und Tagegelder werden auf Beschluss des Beirats unter sinngemäßer Anwendung der geltenden Vorschriften der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erstattet.

§ 14 Gerichtsstand

Der Gerichtsstand für alle Streitigkeiten zwischen dem Verband und seinen Mitgliedern ist Kiel.

§15 Haftungsklausel

Für Schäden jeder Art, die einem Verbandsmitglied durch Maßnahmen oder Unterlassen von Maßnahmen des Verbandes oder seiner Mitglieder oder aus der Benutzung von Verbands- oder Vereinseinrichtungen des Verbandes oder dessen Mitgliedern entstanden sind oder entstehen, haften der Verband und seine Mitglieder nur, wenn einem Organmitglied oder einer sonstigen Person, für die der Verband oder seine Mitglieder nach den Vorschriften des Bürgerlichen Rechts einzustehen hat, Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt.

§ 16 Bestandsklausel

Erweist sich eine Bestimmung der Satzung oder Zuchtbuchordnung als unwirksam, so bleiben die übrigen Bestimmungen und Regeln wirksam.

Der Vorstand ist ermächtigt, redaktionelle Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen und in geeigneter Weise bekannt zu geben

§ 17 Auflösung des Verbandes

Das “PFERDESTAMMBUCH SCHLESWIG-HOLSTEIN/HAMBURG E.V.” kann nur in einer ordnungsgemäß einberufenen Mitgliederversammlung mit der Mehrheit von Dreiviertel der erschienenen Mitglieder aufgelöst werden. Bei der Auflösung des Verbandes beschließt die Mitgliederversammlung über die Verwendung des vorhandenen Vermögens.

§ 18

Das dieser Satzung anliegende Zuchtprogramm und die gleichfalls anliegende Zuchtbuchordnung sind Bestandteil der Satzung.

II. ZUCHTPROGRAMM

§ 19 Zuchtprogramm

Das Zuchtprogramm des Pferdestammbuches Schleswig-Holstein/Hamburg e.V. - nachfolgend “Pferdestammbuch” genannt - umfasst alle selektiven Maßnahmen unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Leistungsprüfungen und den Merkmalen der äußeren Erscheinung, die durch gewählte oder berufene Vertreter im Rahmen der Gesamtpopulation ausgeführt werden, um einen Zuchtfortschritt im Hinblick auf das Zuchtziel zu erreichen.

Dabei wird den Grundsätzen der Zuchtorganisationen, die die Zuchtbücher über den Ursprung der Rasse führen, gem. Verordnung über Zuchtorganisationen § 2 (2)entsprochen. Das Pferdestammbuch führt das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse Schleswiger Kaltblut und gemeinsam mit anderen Mitgliedsverbänden der FN die Zuchtbücher über den Ursprung der Rassen Deutsches Reitpony, Deutsches Partbred Shetlandpony, Kleines Deutsches Reitpferd, Palomino, Pinto, Tinker, Edelbluthaflinger und Deutsches Classic Pony. Die Zuchtprogramme für die einzelnen Rassen sind als Anhang angefügt.

§ 20 Zuchtziel

Das Zuchtziel gemäß § 2 der Satzung lautet:

  • Das Zuchtziel ist die Züchtung langlebiger, anspruchsloser, charakterlich einwandfreier und gängiger Ponys und Pferde in einem der jeweiligen Rasse entsprechenden Typ. Die Zuchtzielbeschreibungen für die einzelnen Rassen sind den jeweiligen Zuchtprogrammen im Anhang zu entnehmen. Dabei werden die Zuchtzielbeschreibungen der Ursprungsländer berücksichtigt

§ 21 Zuchtmethode

Das Pferdestammbuch fördert die Reinzucht des Schleswiger Kaltblutpferdes und anderer Kaltblutrassen, von Spezialzuchten und aller Pony- und Kleinpferderassen. Die Rassebezeichnung wird nach dem Registrieren und Kennzeichnen der Fohlen oder bei der Eintragung auf der Zuchtbescheinigung vermerkt.

Die Zuchtmethode richtet sich nach den tierzuchtrechtlichen Vorschriften der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland sowie der jeweiligen Bundesländer. Die Selektion des Zuchtmaterials der Gesamtpopulation des Verbandes wird auf der Grundlage von Prämierungen, Bewertungen der äußeren Erscheinung, Eintragungen in das Zuchtbuch und Leistungsprüfungen durchgeführt.

§ 22 Kommissionen und Ausschüsse

Kommissionen für die Bewertung der äußeren Erscheinung gem. TierZG § 4.3 sind:

1.       Verbandskörkommission

Die Verbandskörkommission für Hengste ist eine auf Vorschlag des Beirates vom Vorstand berufene Kommission allgemein anerkannter Fachleute zur Durchführung der Verbandskörung nach § 25 als Grundlage für die Selektion und Eintragung der Zuchthengste. Sie setzt sich zusammen aus zwei ehrenamtlich tätigen Züchtern und dem Geschäftsführer bzw. dessen Stellvertreter. Der Vorstand soll zusätzlich spezielle Rassevertreter mit Stimmrecht heranziehen.

Der Vorstand kann zusätzlich ordentliche Mitglieder anderer entsprechender Verbandskommissionen mit Stimmrecht heranziehen, die nicht Mitglied des Verbandes sein müssen.

2.       Widerspruchskommission

Über den Widerspruch gegen eine Körentscheidung (§ 25 (3)) befindet eine auf Vorschlag des Beirates vom Vorstand berufene Widerspruchskommission. Sie setzt sich zusammen aus zwei ehrenamtlich tätigen Züchtern, die nicht Mitglied der Verbandskörkommission sind, und dem Geschäftsführer bzw. dessen Stellvertreter.

3.       Stuteneintragungskommission

Die Kommission für die Stuteneintragung wird auf Vorschlag des Beirates vom Vorstand berufen. Sie setzt sich zusammen aus mindestens einem ehrenamtlich tätigen Züchter und dem Geschäftsführer bzw. seinem Vertreter. Der Vorstand kann zusätzlich spezielle Rassevertreter heranziehen, bei Anwesenheit eines Rassevertreters ist dieser automatisch stimmberechtigtes Mitglied der Stuteneintragungskommission.

Ihre Aufgaben sind:

  • Eintragung der Stuten in die verschiedenen Abteilungen des Stutbuches einschließlich der Bewertung der äußeren Erscheinung (Bonitierung),
  • Nachzuchtbewertung der eingetragenen Hengste und Stuten einschließlich Bewertung der 2jährigen Stuten und der Saugfohlen,
  • Auswahl der Stuten für eine Prämierung.

§23 Bewertung

Verbandskörungen, Fohlen- und Stutenbewertungen führt der Verband in eigener Verantwortung durch.

Diese Bewertungen sind Leistungsprüfungen und werden im Rahmen der anerkannten Zuchtprogramme durchgeführt.

Bewertet werden die im Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse festgelegten Merkmale. Die Bewertung erfolgt auf Sammelveranstaltungen, um den Vergleich einer hinreichend großen Zahl von Pferden gleicher Zuchtrichtung zu ermöglichen. In begründeten Ausnahmefällen kann eine Bewertung auch außerhalb von Sammelveranstaltungen durchgeführt werden. Die Bewertung erfolgt in ganzen Noten:

  • 10 = ausgezeichnet
  •  9 = sehr gut
  •  8 = gut
  •  7 = ziemlich gut
  •  6 = befriedigend
  •  5 = genügend
  •  4 = mangelhaft
  •  3 = ziemlich schlecht
  •  2 = schlecht
  •  1 = sehr schlecht
  •  0 = nicht ausgeführt

Das Ergebnis der Bewertung wird als Gesamtnote ausgedrückt. Sie ist das arithmetische Mittel der einzelnen Teilnoten und wird auf eine Stelle hinter dem Komma berechnet.

Die Bewertung der Islandpferde (Fohlen und Jungpferde) erfolgt nach folgendem Schlüssel

  • 6,0 - 6,9     = grob fehlerhaft 
  • 7,0 - 7,4     = unterdurchschnittlich
  • 7,5             = durchschnittlich
  • 7,6 - 7,7     = befriedigend
  • 7,8 - 7,9   = voll befriedigend bis gut
  • 8,0 - 8,2   = gut bis sehr gut
  • 8,3 - 8,5   = ausgezeichnet

Das Ergebnis der Bewertung wird als Gesamtnote ausgedrückt. Sie ist das gewichtete Mittel der einzelnen Teilnoten gemäß IPO und wird auf zwei Stellen hinter dem Komma berechnet.

§ 24 Selektionsstufen

1. Nachzuchtbewertung der Saugfohlen als 1. Selektionsstufe

Die erste Selektionsstufe ist die Begutachtung der Fohlen durch die Stuteneintragungskommission. Alle Fohlen werden mit der Mutter vorgestellt und mit Noten gemäß § 23 bewertet, wobei Typ, Exterieur, Fundament, Gang und der Gesamteindruck einschließlich der Abstammung für die spätere Eignung als Zuchtpferde begutachtet werden. Qualitätsvolle Fohlen erhalten einen Prämienvermerk.

2. Bewertung der 2jährigen Hengstanwärter

Die zweite Selektionsstufe für die Auswahl der zukünftigen Zuchthengste besteht aus der Vorstellung des Junghengstes im Alter von 2 Jahren auf Antrag des Hengstbesitzers. Bei Eignung wird die weitere Aufzucht als Hengstanwärter empfohlen.

3. Bewertung der 2jährigen Jungstuten

Die zweite Selektionsstufe der zukünftigen in die Hauptabteilung der jeweiligen Rasse eintragungsfähigen Zuchtstuten ist die Auswahl zur Verbandsprämierung. Die Auswahl wird auf gesondert ausgewiesenen Sammelplätzen durchgeführt. Die Zuchtbescheinigung der Stute erhält einen Prämienvermerk.

4. Bewertung der 3jährigen und älteren Hengste und Stuten

Als dritte Selektionsstufe erfolgt die Bewertung der 3jährigen und älteren Hengste im Rahmen der Verbandskörung gem. § 25 bzw. der Eintragung in das Zuchtbuch, die Bewertung der 3jährigen und älteren Stuten erfolgt im Rahmen der Eintragung in das Zuchtbuch gem. § 26.

§ 25 Verbandskörung der Hengste

1. Zur Verbandskörung werden Hengste zugelassen, für die eine Zuchtbescheinigung einer anerkannten Züchtervereinigung ausgestellt wurde.

Die Hengste sind fristgerecht nach Maßgabe der Ausschreibung zur Körung anzumelden. Das Mindestalter der Hengste ist drei Jahre. Vor der Körung sind die Hengste tierärztlich zu untersuchen, um die Zuchttauglichkeit festzustellen. Untersucht wird das Freisein von Augendefekten, Kehlkopfpfeifen, Dummkoller, Gebiss- und Hodenanomalien. Weitere Ausschlusskriterien gesundheitlicher Art sind den Zuchtprogrammen der einzelnen Rassen zu entnehmen.Ein Hengst darf nur frei von jeglicher Beeinflussung durch Dopingmittel zur Körung vorgestellt werden, was im Einzelfall durch eine von der Körkommission angeordnete Stichprobe ermittelt werden kann.

Die Hengste werden vor der Körung gemessen, und zwar mit dem Stockmaß die Widerristhöhe, mit dem Bandmaß der Brustumfang und der Röhrbeinumfang

Es werden die Merkmale der äußeren Erscheinung nach Maßgabe des jeweiligen Zuchtprogramms bewertet.

Auf Beschluss des Vorstands kann eine Vorauswahl der zur Körung angemeldeten Hengste durchgeführt werden. Wenn eine Vorauswahl durchgeführt wird ist die Zulassung Voraussetzung für die Teilnahme an der Körung. Mindestens zwei Mitglieder der Körkommission sind als Auswahlkommission tätig.

2. Die Bewertung erfolgt im Rahmen einer Verbandskörung auf Sammelveranstaltungen, um den Vergleich einer hinreichend großen Zahl von Hengsten gleicher Zuchtrichtung zu ermöglichen. Die Bewertung erfolgt gem. § 23.

3.  Körentscheidung

Die Körentscheidung lautet:

  • gekört
  • nicht gekört
  • vorläufig nicht gekört

Wenn im Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse nicht anders festgelegt werden Hengste gekört, wenn sie mit einer Gesamtnote von 7,0 und besser bewertet wurden. Die Wertnote 5 darf in keinem Teilkriterium unterschritten werden.

Die Körentscheidung lautet “vorläufig nicht gekört” , wenn der Hengst die Anforderungen in Bezug auf Exterieur und/oder Zuchttauglichkeit nicht erfüllt, wenn jedoch zu erwarten ist, dass er sie zukünftig erfüllen wird.

Die Körentscheidung wird in einem Protokoll festgehalten und ist dem Besitzer des Hengstes schriftlich mitzuteilen.

Die Entscheidung “gekört” ist in die Zuchtbescheinigung einzutragen.

4.  Rücknahme, Widerruf, Widerspruch

Die Körung ist vom Pferdestammbuch zurückzunehmen, wenn eine Voraussetzung für ihre Erteilung nicht vorgelegen hat. Die Körung ist vom Pferdestammbuch zu widerrufen, wenn eine der Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist. Sie kann widerrufen werden, wenn mit ihr eine Auflage verbunden ist und der Begünstigte diese nicht oder nicht fristgerecht erfüllt hat.

Gegen die Körentscheidung kann der Besitzer eines Hengstes Widerspruch einlegen. Der Widerspruch ist schriftlich zu begründen. Die Widerspruchsfrist beträgt 4 Wochen. Der Vorstand entscheidet über die Annahme des Widerspruchs. Wird der Widerspruch angenommen, entscheidet der Vorstand über die Zusammensetzung der Widerspruchskommission gem. § 22 (2). Ebenso wird über Ort und Zeit der Wiedervorstellung des Hengstes entschieden.

§ 26 Eintragung in das Zuchtbuch

Die Eintragung von Stuten und Hengsten in das Zuchtbuch erfolgt nach den Grundsätzen der Zuchtorganisation, die das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse führt, im Regelfall im Alter von 3 Jahren. Sie ist die 3. Selektionsstufe für die Auswahl von Zuchtpferden.

Das Zuchtbuch setzt sich entsprechend dem Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse aus einer Hauptabteilung und  gegebenenfalls einer besonderen Abteilung (Vorbuch) zusammen. Die Anforderungen für die Eintragung in die Hauptabteilung bzw. die besondere Abteilung sowie eine weitere Unterteilung des Zuchtbuches in Abschnitte ist dem jeweiligen Zuchtprogramm für die Rasse im Anhang zu entnehmen.

Bei der Eintragung werden die Merkmale der äußeren Erscheinung nach Maßgabe des jeweiligen Zuchtprogramms bewertet. Die Bewertung erfolgt, sofern für die jeweilige Rasse nicht anders festgelegt, nach § 23. Zusätzlich werden die Stuten und Hengste gemessen, und zwar mit dem Stockmaß die Widerristhöhe, mit dem Bandmaß der Brustumfang und der Röhrbeinumfang. Alle Angaben werden auf der Zuchtbescheinigung gem. § 35 vermerkt. Die Größe, die Bewertung, die Ergebnisse von Leistungsprüfungen, die Überprüfung der Identität nach den Regeln des Zuchtbuches und die Abstammung sind Grundlagefür die Eintragung in die jeweiligen Abteilungen bzw. Abschnitte des Zuchtbuchs.

Die Eintragung von Hengsten in das Hengstbuch I erfolgt im Rahmen einer Verbandskörung auf Sammelveranstaltungen, um den Vergleich einer hinreichend großen Zahl von Hengsten gleicher Zuchtrichtung zu ermöglichen.

Vor der Eintragung in das Hengstbuch I und Hengstbuch II sind die Hengste gemäß Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse tierärztlich zu untersuchen, um die Zuchttauglichkeit festzustellen. Untersucht wird das Freisein von Augendefekten, Kehlkopfpfeifen, Dummkoller, Gebiss- und Hodenanomalien. Weitere Ausschlusskriterien gesundheitlicher Art sind den Zuchtprogrammen der einzelnen Rassen zu entnehmen.

Jeder Hengstbesitzer ist verpflichtet, vor der Neueintragung eines Hengstes in das Zuchtbuch die mütterliche und väterliche Abstammung mittels DNA-Profil überprüfen zu lassen.

Die Eintragung ist vom Pferdestammbuch zurückzunehmen, wenn eine Voraussetzung für ihre Erteilung nicht vorgelegen hat. Die Eintragung ist vom Pferdestammbuch zu widerrufen, wenn eine der Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist. Sie kann widerrufen werden, wenn mit ihr eine Auflage verbunden ist und der Begünstigte diese nicht oder nicht fristgerecht erfüllt hat.

Gegen die Eintragungsentscheidung kann der Besitzer eines Zuchtpferdes Widerspruch einlegen. Der Widerspruch ist schriftlich zu begründen. Der Vorstand entscheidet über die Annahme des Widerspruchs sowie über Ort und Zeit der Wiedervorstellung.

§ 27 Kriterien für die Eintragung und Prämierung

1. Die Kriterienfür die Eintragung von Hengsten und Stuten einer Rasse sind dem Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse im Anhang zu entnehmen.

2. Staatsprämie/Verbandsprämie/Bezirksprämie

3- bis 7jährige Islandstuten können sich um eine Zuchterhaltungsprämie (Staatsprämie) bewerben, wenn sie bei der Eintragung anlässlich der Elitestutenschau mindestens eine Gesamtnote von 7,8 erhalten und wenn sie eine IPZV-Materialprüfung (IPO Teil C Punkt 3) abgelegt und mindestens die Gesamtnote 7,5 (Reiteigenschaften mindestens 7,5) erreicht oder eine vergleichbare Leistungsprüfung abgelegt haben. Shetlandstuten unter 87 cm im Alter von 3 bis 5 Jahren können sich um eine Zuchterhaltungsprämie (Staatsprämie) bewerben, wenn sie bei der Eintragung anlässlich der Elitestutenschau mindestens eine Gesamtpunktzahl von 52 erhalten (Benotung von Rasse- und Geschlechtsstyp mindestens 7,0). Alle anderen Stuten im Alter von 3 bis 5 Jahren können sich um eine Zuchterhaltungsprämie (Staatsprämie) bewerben, wenn sie bei der Eintragung anlässlich der Elitestutenschau mindestens eine Gesamtpunktzahl von 52 erhalten (Benotung von Rasse- und Geschlechtstyp mindestens 7,0) und eine Leistungsprüfung mindestens mit der Note 6,5 bzw. 80 Indexpunkten absolviert haben.

Stuten, die anlässlich der Elitestutenschau mindestens mit einer Gesamtpunktzahl von 52 (Benotung von Rasse- und Geschlechtstyp mindestens 7,0) bewertet wurden, jedoch keine Leistungsprüfung erfolgreich absolviert haben, tragen den Titel „Verbandsprämienstute“.

Alle anderen 3-5jährigen (Islandpferde: 3-7jährigen) gemäß Zuchtprogramm Stutbuch I-fähigen Stuten, die auf den ausgewiesenen Sammelplätzen mit Vorstellung im Freilaufen eine Gesamtpunktzahl von 48 und mehr (Islandpferde: Gesamtnote 7,7 und mehr) erhalten haben, tragen den Titel „Bezirksprämienstute“.

3. Leistungshengst/Leistungsstute

In Abhängigkeit von dem jeweiligen Zuchtprogramm der Rasse wird für besonders erfolgreich vor dem Zugschlitten, vor dem Wagen und/oder unter dem Reiter geprüfte Zuchtpferde der Titel Leistungshengst bzw. Leistungsstute vergeben.

4. Elitetitel

Das Pferdestammbuch vergibtfür besonders herausragende Stuten und Hengste Elitetitel, sofern diese nachweislich frei von äußerlich erkennbaren gesundheitlichen Mängeln gemäß Zuchtprogramm vorgestellt werden.

3.1 Hengste 

Der Titel Elitehengst wird auf einer zentralen Schau auf Antrag des Besitzers vergeben. Die Bedingungen zum Erwerb dieses Titels sind:

-       Der Hengst ist im Zuchtbuch des Pferdestammbuchs eingetragen

-       Der Hengst hat die Leistungsprüfung mit dem für die Rasse gem. Zuchtprogramm geforderten Ergebnis absolviert. Shetlandhengste unter 87 cm sind von der Prüfungspflicht ausgenommen.

-     Erfüllt der Hengst die Kriterien des Titels Leistungshengst müssen mindestens drei Nachkommen anlässlich einer Hengstkörung gekört bzw. anlässlich einer Elitestutenschau mit einer Staats- oder Verbandsprämie bzw. vergleichbaren Prämien ausgezeichnet worden sein; Alternative für Islandhengste: Mindestens drei Nachkommen wurden anlässlich einer Jungpferdebeurteilung und/oder IPZV-Materialprüfung in die höchste Prämienklasse (s. Zuchtprogramm) eingestuft. Erfüllt der Hengst die Kriterien des Titels Leistungshengst nicht erhöht sich die geforderte Zahl entsprechend eingetragener Töchter/Söhne auf vier.

-       Herausragende Nachkommenleistungen in Turniersportprüfungen (Anforderungen in Anlehnung an die geforderten Erfolgsnachweise für die Hengstleistungsprüfung der jeweiligen Rasse gemäß ZVO) können auf Antrag ebenfalls berücksichtigt werden. Über diesen Antrag entscheidet der Vorstand.

3.2 Stuten:

Der Titel Elitestute wird auf einer zentralen Schau auf Antrag des Besitzers vergeben. Die Bedingungen zum Erwerb dieses Titels sind:

-       Die Stute ist in das Zuchtbuch des Pferdestammbuchs eingetragen.

-       Der Rasse- und Geschlechtstyp wurde mindestens mit der Note 7,0 bewertet.

-      Mindestens drei Nachkommen müssen anlässlich einer Hengstkörung gekört bzw. anlässlich einer Elitestutenschau mit einer Staats- oder Verbandsprämie bzw. vergleichbaren Prämien ausgezeichnet worden sein; Alternative für Islandstuten: Mindestens drei Nachkommen wurden anlässlich einer Jungpferdebeurteilung und/oder IPZV-Materialprüfung in die höchste Prämienklasse (s. Zuchtprogramm) eingestuft.

-       Die Stute hat eine Leistungsprüfung mit der Note 6,5 und besser bzw. 80 Indexpunkten und mehr absolviert (Islandstuten die laut Zuchtprogramm geforderte Materialprüfung mit einer Note von 7,5 und besser (Reiteigenschaften 7,5 und besser)). Hat die Stute keine Leistungsprüfung absolviert erhöht sich die geforderte Zahl entsprechend eingetragener Töchter/Söhne auf vier.

-       Herausragende Nachkommenleistungen in Turniersportprüfungen (Anforderungen in Anlehnung an die geforderten Erfolgsnachweise für die Hengstleistungsprüfung der jeweiligen Rasse gemäß ZVO) können auf Antrag ebenfalls berücksichtigt werden. Über diesen Antrag entscheidet der Vorstand.

§ 28 Rassenschlüssel

Folgende Rassen werden beim Pferdestammbuch geführt, unter nebenstehenden Abkürzungen:

Appaloosa APP Morgan M-H
Brabanter (Belgisches Kaltblut) BK New Forest Pony NF
Connemarapony C Noriker NOR
Dartmoorpony D Paint PNT
Deutsches Reitpony DR Palomino PAI
Dt. Partbred Shetlandpony SH-P Paso Fino PF
Dülmener DUE Pinto PT
Fellpony FP Pura Raza Espanola PRE
Fjordpferd F Quarter Horse QUH
Friesen FRI Schleswiger Kaltblut VSP
Haflinger H Schottisches Highlandpony SHP
Isländer ISL Schwarzwälder Kaltblut SF
Kabardiner KAB Shetlandpony SH
Kleines Deutsches Reitpferd (früher: Spezialreitpferd) KR Tennessee Walking Horse TW
Knabstrupper KNA Tinker TIN
Konik KON Welsh Mountain Pony (Sek.A) W-A
Lewitzer LEW Welsh Pony (Sek.B) W-B
Lusitano LT Welsh Pony Cob Typ (Sek.C) W-C
Mangalarga Marchador MM Welsh Cob (Sek.D) W-D
Merens ME Paso Peruano P-P
American Miniature Horse AMH Rheinisch-Deutsches Kaltblut RHD
Criollo CR    
Deutsches Classic Pony CY    
Deutsches Polopferd DP    
Edelbluthaflinger EH    
Freiberger FR    
Hannoversches Kaltblut HK    

§ 29 Leistungsprüfungen

Leistungsprüfungen werden gemäß den tierzuchtrechtlichen Vorschriftendurchgeführt. Zuständige Behörde für die Leistungsprüfungen ist in Schleswig-Holstein die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Sie kann das Pferdestammbuch als Verwaltungshelfer mit der Durchführung von Leistungsprüfungen beauftragen.

Mit der Durchführung von Turniersportprüfungen auf Grundlage der Leistungsprüfungsordnung (LPO) der FN hat das Pferdestammbuch die Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen in Schleswig-Holstein beauftragt. Die Turniersportprüfungen von Gang- und Westernpferden finden unter Aufsicht des Pferdestammbuchs statt.

Das Absolvieren einer Eigenleistungsprüfung sowie Mindestanforderungen an deren Ergebnis können Voraussetzung für die Eintragung in das Zuchtbuch sein. Die genauen Anforderungen sind dem jeweiligen Zuchtprogramm im Anhang zu entnehmen.

Die Teilnahme an der Leistungsprüfung sowie Tag und Ort der Prüfung werden auf der Zuchtbescheinigung vermerkt.

§ 30 Populationsgröße

Die züchterisch nutzbare und für selektive Maßnahmen einsetzbare Population ist der gesamte Bestand eingetragener Stuten und Hengste der jeweiligen Rasse einschließlich deren Nachzucht. Die Populationsgröße des Pferdestammbuches umfaßt zur Zeit 3.500 eingetragene Zuchtstuten und -hengste.

§ 31 Teilnahme an Zuchtschauen

Das Pferdestammbuch beteiligt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an lokalen, regionalen und überregionalen Zuchtschauen, um durch den Wettbewerb der Zuchtprodukte dem Züchter Gelegenheit zu geben, sich am Zuchtziel zu orientieren.

§ 32 Zusammenarbeit auf Bundesebene

Das Pferdestammbuch gehört der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) e.V., Warendorf, als Mitglied des Bereichs Zucht an.

III. ZUCHTBUCHORDNUNG

§ 33 Zuchtbuchführung

1.       Zuständigkeit

Die Führung des Zuchtbuches ist Aufgabe des Pferdestammbuches. Sämtliche Daten über die Zuchtstuten und Zuchthengste sowie deren Nachzucht werden vom Pferdestammbuch erfasst und bei der Datenverarbeitungsanlage des Landeskontrollverbandes Schleswig-Holstein gespeichert. Für die Führung der Decklisten und Ausstellung der Deckbescheinigungen ist der Hengsthalter, für die ordnungsgemäße Anmeldung der Fohlen der Eigentümer der Stute zum Zeitpunkt der Geburt des Fohlens verantwortlich.

Für die Zuchtbuchführung einschließlich Kennzeichnung, Beschreibung und Registrierung der Nachzucht, Ausstellung von Zuchtbescheinigungen gem. § 35 und Führung der Mitgliederkartei ist das Pferdestammbuch zuständig. Für die Richtigkeit der Angaben auf den Zuchtbescheinigungen ist der Zuchtleiter verantwortlich. Für die Identität und Abstammung der Zuchtpferde nach § 34 ist der Züchter verantwortlich.

2.       Mindestangaben im Zuchtbuch

Das Zuchtbuch muss für jedes eingetragene Pferd mindestens folgende Angaben enthalten:

1.       Name und Anschrift des Züchters und des Besitzers

2.       Deckdatum der Mutter

3.       Geburtsdatum, Geschlecht, Farbe und Abzeichen

4.       Lebensnummer

5.       Kennzeichnung (z.B. Brand und/oder Mikrochip)

6.       Eltern mit Farbe und Lebensnummern

7.       Drei Vorfahrengenerationen (soweit bekannt)

8.       Datum der Ausstellung der Zuchtbescheinigung

9.       Bewertung der äußeren Erscheinung

10.   Ergebnisse von Leistungsprüfungen

11.   Ausstellungs- und Prämierungserfolge, soweit für Zuchtprogramm von Bedeutung

12.   Die Nachzucht: bei Hengsten eingetragene Söhne und Töchter (mit deren Lebensnummern), bei Stuten die gesamte Nachzucht (mit Lebensnummern)

13.   Alle Ergebnisse von Zuchtwertfeststellungen

14.   Entscheidungen über Eintragungen und Änderungen im Zuchtbuch

15.   Entscheidungen über Besamungserlaubnis

16.   Datum und (falls bekannt) Ursache des Abganges

17.   DNA-Profil bei Hengsten (bei Eintragungen bis 1994 Bluttyp)

18.   Angabe über Zwillingsgeburt

3.       Unterteilung der Zuchtbücher

Die Zuchtbücher werden nach Hengsten und Stuten getrennt in unterschiedlichen Abteilungen geführt. Die Einteilung der Zuchtbücher für die verschiedenen Zuchtrichtungen und Rassen geht aus den jeweiligen Zuchtprogrammen im Anhang hervor.

4.       Eintragung in das Zuchtbuch

Die Eintragung eines Zuchtpferdes in das Zuchtbuch erfolgt, wenn die Identität des Pferdes nach den in § 34 festgelegten Kriterien zweifelsfrei sichergestellt ist sowie die Anforderungen an die Merkmale der äußeren Erscheinung und der Leistung erfüllt sind.

Die Eintragung von Zuchttieren in eine Abteilung des Zuchtbuches muss auf der Zuchtbescheinigung vermerkt werden.

Die Eintragung in das Zuchtbuch ist vom Pferdestammbuch zurückzunehmen, wenn eine der Voraussetzungen hierfür nicht vorgelegen hat. Die Eintragung ist vom Pferdestammbuch zu widerrufen, wenn eine der Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist. Sie kann widerrufen werden, wenn mit ihr eine Auflage verbunden ist und der Begünstigte diese nicht oder nicht fristgerecht erfüllt hat.

Gegen die Eintragung kann der Besitzer eines Zuchtpferdes Widerspruch einlegen. Der Vorstand entscheidet über die Annahme des Widerspruchs und das weitere Verfahren.

§ 34 Sicherung der Identität und Abstammung der Zuchtpferde

1. Deckregister und Deckbescheinigungen

Der Hengstbesitzer hat für jeden Hengst ein Deck-/Besamungsregister zu führen, in das sämtliche Daten derStutenbedeckungen bzw. Deckzeitraum bei Weidebedeckungenunter Angabe des Besitzers, Name und - soweit im Stutbuch eingetragen - die Stutbuchnummer und Farbbeschreibung der Stute einzutragen sind. Vom Hengstbesitzer ist das Deck-/Besamungsregister nach Beendigung der Decksaison, spätestens jedoch bis zum 1. Oktober eines jeden Jahres, der Verbandsgeschäftsstelle zuzustellen. Das Deckregister ist vom für die Bedeckungen/Besamungen Verantwortlichen zu unterschreiben. Im Falle einer elektronischen Datenlieferung ist eine Unterschrift nicht erforderlich. Der Stutenbesitzer erhält eine Deck-/Besamungsbescheinigung, die mit der Geburtsanzeige gekoppelt sein kann, auf der Name und Anschrift des Eigentümers, Name - und soweit vorhanden - Stutbuchnummer, Farbbeschreibung und sämtliche Deckdaten der Stute verzeichnet sein müssen. Die Deckbescheinigung ist nur gültig, wenn sie vom Hengstbesitzer unterschrieben ist, die Besamungsbescheinigung muss zusätzlich vom Verwender des Samens unterschrieben sein.

Die Deck-/Besamungsbescheinigung gehört zum Pferd und ist bei Besitzwechsel mitzugeben.

2. Geburtsanzeige

Die Geburtsanzeige soll nach der Abfohlung, auch beim Verfohlen bzw. Verenden des Fohlens, möglichst binnen 28 Tagen nach der Geburt, spätestens jedoch bis zur Identifizierung bei der Mutter, also vor dem Absetzen des Fohlens, vom Fohlenbesitzer bei der Geschäftsstelle des Pferdestammbuchs zusammen mit dem Deckschein eingereicht werden. Die Geburtsanzeige muss mindestens folgende Angaben enthalten:

Name und Nummer sowie Farbe und Abzeichen der abgefohlten Stute, Abfohldatum, Farbe und Abzeichen des Fohlens, Geschlecht des Fohlens, Name und Nummer des Vaters, evtl. Angaben über Verfohlung/Verenden nach der Geburt, evtl. Anomalien des Fohlens sowie Name, Ort, Datum und Unterschrift des Fohlenbesitzers. Im Falle einer elektronischen Datenlieferung ist eine Unterschrift nicht erforderlich. Die Deck- und Geburtsdaten werden durch die Verbandsgeschäftsstelle verglichen. Ergeben sich ungewöhnliche Abweichungen von der Normaltragezeit von 11 Monaten, dann kann die Überprüfung der Abstammung durch Blutgruppenbestimmung bzw. DNA-Profil zu Lasten des Fohlenbesitzers angeordnet werden, wenn kein eindeutiger Nachweis über eine weitere Bedeckung vorliegt. Bei Bedeckungen von verschiedenen Hengsten in der gleichen bzw. zwei aufeinanderfolgenden Rosseperioden der Stute ist in jedem Fall durch den Fohlenbesitzer die väterliche Abstammung des Fohlens durch DNA-/Blutgruppenbestimmung nachzuweisen. Die Untersuchung geht zu Lasten des Fohlenbesitzers.

3. Registrierung des Fohlens

Ordnungsgemäß gemeldete Fohlen, für die eine Zuchtbescheinigung gem. § 35.2. oder 35.3. ausgestellt werden soll, müssen im Jahr der Geburt zusammen mit der Mutter einer vom Pferdestammbuch beauftragten Person zur Kennzeichnung und Beschreibung vorgestellt werden.

Für die Altersangabe gilt von November und Dezember geborenen Fohlen der 1. Januar des folgenden, bei allen anderen Pferden der 1. Januar des Geburtsjahres als Stichtag für die Jahrgangszugehörigkeit.

Vor dem Kennzeichnen werden Geschlecht, Farbe und Abzeichen des Fohlens nach folgendem Schlüssel beschrieben:

  • 1 = männlich
  • 2 = weiblich
  • 3 = Zwilling (m-m)
  • 4 = Zwilling (w-w)
  • 5 = Zwilling (m-w)
  • 6 = Zwilling (w-m)


Farbe:

10

Fuchs

30

Rappe

50

weiß

70

Windfarben

11

Hlfuchs

31

Hellrappe 

51

Fuscheck

71

Fuwindfa

12

Dkfuchs

 

 

52

Brscheck

72

Brwindfa

13

windfarben

 

 

53

Rascheck

73

Rawindfa

14

Fukaschi

34

Rakaschi

54

Schischeck

 

 

15

Fu-stiha

35

Ra-stiha

55

Isabscheck

75

Isabwindfa

16

Fuchs-hl.Laha

36 

Weißfalbe

56

Falbscheck

76

Falbwindfa

17

Palomino

37

Falbekaschi 

57

Futigerscheck

77

Wifascheck

18

Rotfalbe

38

Graufalbe

58

Brtigscheck

 

 

19

Isabell

39

Farbwechsler

59

Ratigerscheck

79

Smoky

20

Braun

40

Schimmel

60 

Tigerschecke 

80

Roan

21

Hlbraun

41

Fuschim

61

Fuschabr

81

Roan (Fuchs)

22

Dkbraun

42

Brschim

62

Brschabr

82

Roan (Braun)

23

Schwbraun

43

Raschim

63

Raschabr

83

Roan (Rappe)

24

Brkaschi

44

Falbschim

 

 

 

 

25

Br-stiha

45

Isabelltischeck

 

 

 

 

26

Hellbraunfalbe

46

Falbtigscheck

 

 

 

 

27

Brfalbe

47

Schimtischeck

67 

Fusche m. Tig. 

87

F-Farbwechs 

28

Dkbrfalbe

48

Porzellanschecke 

68 

Brsche m. Tig. 

88

B-Farbwechs 

29

Falbe

49

Albino

69

Rasche m. Tig. 

89

R-Farbwechs 

 

 

 

 

 

 

90

Erdfarben

 

 

 

 

 

 

91

Hellerdfarben

 

 

 

 

 

 

92

Dklerdfarben

 

 

 

 

 

 

93

Erdfarbsche



Abzeichen:

 

Allgem.

 Stirn

Nasenrücken

Maul 

Gliedmaßen

Bes.Abz.

0

ohne

ohnABZ

ohnABZ

ohnABZ

ohnABZ

ohnABZ

1

weiß

STIHA

STRICH

SCHNIP

HUF

VHKÖFL

2

w.Fleck

FLOCKE

STmSTR

OLIFLE

BALLEN

MHKÖFL

3

gefleckt

STERN

BLESSE

OBLIP

KRONE

HHKÖFL

4

unreg.

gr.STERN

iNSTrBL

ULIFLE

KRuBLN

reAUGE

5

gezackt

KeilSTERN

dchgBL

UNTLIP

FESSEL

liAUGE

6

schief

 

unt.BL

MilchMAUL

FUSS

beiAUGEN

7

stichelh.

 

LATERNE

KrötMAUL

FUhoch

langHAAR

8

schatt

   

ABZKomb

BEIN

WILDPF

9

pigm.los

FLECK

FLECK

FLECK

FLECK

pigmFL

4. Kennzeichnung

Die Kennzeichnung der Fohlen erfolgt nach den Vorschriften der Verordnung 504/2008 der EU-Kommission sowie der jeweils geltenden Vorschriften der Viehverkehrsverordnung und – soweit gesetzlich zulässig - freiwillig zusätzlich mittels Brandzeichen nach der Brennordnung gem. § 37.

5. Vergabe einer Lebensnummer

Jedes Pferd erhält spätestens bei der Eintragung in ein Zuchtbuch, Fohlen bei der Geburtsregistrierung, eine Lebensnummer. Die Lebensnummer besteht bis zum Geburts-/Eintragungsjahrgang 1999 aus 9 Ziffern, ab 2000 als Unique Equine Life Number (UELN)aus 15 Ziffern. Diese Nummer wird nicht verändert und auch bei einem Wechsel des Pferdes in ein anderes Zuchtbuch beibehalten.


Beispiel:

o        bis einschließlich 1999:

22

018 23

92

Zucht-
verband

lfd. Regi-striernummer
einschl. Brenn-Nr.

Jahrgang

o        ab 2000:

2 7 6

4

2 2

2 2 1 2 3 4 5

02

Herkunftsland
Gedruckt: DE

Schlüssel für alte/neue Lebensnummer
3: bis Jahrgang 1999
4: ab Jahrgang 2000

Zucht-
verband

lfd. Regi-striernummer
einschl. Brenn-Nr.

Jahrgang 

6. Namen

In der Regel erhalten Hengstfohlen einen Namen, der mit dem Anfangsbuchstaben des Vaters beginnt, und Stutfohlen einen Namen, der mit dem Anfangsbuchstaben der Mutter beginnt, es sei denn, die Regeln der Zuchtorganisation, die das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse führen, lauten anders. Schleswiger Kaltbluthengste und -stuten erhalten einen Namen, dessen Anfangsbuchstabe in alphabetischer Reihenfolge nach dem Geburtsjahrgang vergeben wird.

Der bei Eintragung in ein Zuchtbuch vergebene Name muss beibehalten werden. Sofern eine Zuchtorganisation dies zulässt, kann ggf. ein neuer Name eingetragen werden, vorausgesetzt, der ursprüngliche Name wird während der gesamten Lebensdauer des Pferdes sowohl bei Veröffentlichungen als auch auf der Zuchtbescheinigung stets nach dem neuen Namen in Klammern angegeben.

Weitergehende Regelungen zur Namensvergabe bei der Eintragung in das Zuchtbuch sind in den Besonderen Bestimmungen zu den einzelnen Rassen oder Rassegruppen festgelegt.

7. Identitätssicherung durch Abstammungsüberprüfung mittels DNA-Profil

Für jedes eingetragene Pferd bzw. zur Eintragung vorgestellte Pferd und für jedes zu registrierende Fohlen kann das Pferdestammbuch das Ergebnis einer Abstammungsüberprüfung mittels DNA-Profil verlangen. Im Ausnahmefall kann eine Abstammungsüberprüfung bei alten Elterntieren auch blutgruppenserologisch erfolgen.

Vor Ausstellung von Zuchtbescheinigungen müssen Abstammungsüberprüfungen erfolgen, wenn an der angegebenen Abstammung Zweifel bestehen. Dieses ist generell der Fall, wenn

  • -    eine Stute innerhalb einer oder in zwei aufeinander folgenden Rossen von zwei oder mehreren Hengsten gedeckt wurde,
  • -    die Trächtigkeitsdauer 30 Tage und mehr von der mittleren Trächtigkeitsdauer der jeweiligen Rasse abweicht,
  • -    das Fohlen nicht bei Fuß der Mutter identifiziert wurde,
  • -    das Fohlen nicht ordnungsgemäß gemeldet wurde,
  • -    das Fohlen nicht im Jahr der Geburt vorgestellt wurde,
  • -    das Deckregister nicht bzw. nur unvollständig vorliegt,
  • -    die Deckdaten der Geburtsanzeige deutlich von denen im Deck­register abweichen,
  • -    das Fohlen aus einem Embryotransfer stammt.

Überprüft wird die Abstammung von 10 % des Jahrgangs mittels DNA-Profil. Dies ergibt sich aus den o.g. Überprüfungen, den Überprüfungen bei den Hengstbucheintragungen sowie dadurch, dass stichprobenartig zusätzlich 1 % der Fohlen eines Jahrgangs getestet werden.

§ 35 Zuchtbescheinigung

Als Zuchtbescheinigungen stellt das Pferdestammbuch Abstammungsnachweise, Geburtsbescheinigungen oder Eintragungsbescheinigungen aus.

1. Abstammungsnachweis

Die Ausstellung des Abstammungsnachweises erfolgt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

-    Beide Elternteile sind im Jahr der Bedeckung in die entsprechenden Abschnitte der Hauptabteilung des Zuchtbuches gem. Zuchtprogramm für die jeweilige Rasse eingetragen oder werden spätestens im Jahr der Geburt des Fohlens (Zuchtjahr) eingetragen, wobei mindestens die Mutter dem Pferdestammbuch zur Eintragung vorgestellt werden und im Jahr der Geburt eingetragen sein muss,

-    die Anpaarung beider Elternteile ist im Zuchtprogramm vorgesehen,

-    die Abfohlmeldung wurde fristgemäß nach dem Abfohlen vorgelegt,

-    die Identifizierung des Fohlens bei Fuß der Mutter im Jahr der Geburt ist durch den Zuchtleiter oder seinen Beauftragten erfolgt oder anderweitig gesichert.

2. Geburtsbescheinigung

Die Ausstellung einer Geburtsbescheinigung erfolgt, wenn die Bedingungen für einen Abstammungsnachweis nicht erfüllt, jedoch folgende Voraussetzungen gegeben sind:

-    beide Elternteile müssen im Jahr der Bedeckung in eine Abteilung des Zuchtbuches des Pferdestammbuchs eingetragen sein oder spätestens im Jahr der Geburt des Fohlens (Zuchtjahr) eingetragen werden,

-    die Anpaarung beider Elternteile ist im Zuchtprogramm vorgesehen,

-    die Abfohlmeldung wurde fristgemäß nach dem Abfohlen vorgelegt,

-    die Identifizierung des Fohlens bei Fuß der Mutter im Jahr der Geburt ist durch den Zuchtleiter oder seinen Beauftragten erfolgt oder anderweitig gesichert.

3. Eintragungsbescheinigung

Bei Eintragung in die besondere Abteilung des Zuchtbuches (Vorbuch) wird der Pass von Stuten und Hengsten, die die Bedingungen zu 1. und 2. nicht erfüllen, um die Eintragungsbescheinigung erweitert.

Die Zuchtbescheinigung, der Pass und die dazugehörige Eigentumsurkunde gehören zum Pferd und bleiben Eigentum des ausstellenden Zuchtverbandes; sie sind bei Besitzwechsel dem neuen Besitzer auszuhändigen und bei Tod des Pferdes an die ausstellende Stelle zurückzugeben. Zweitschriften von Zuchtbescheinigungen, Pässen bzw. dazugehörigen Eigentumsurkunden können auf Antrag nur bei Vorlage einer eidesstattlichen Versicherung mit notariell beglaubigter Unterschrift über den Verlust des Originals ausgestellt werden. Sie sind deutlich als solche zu kennzeichnen und zu nummerieren.

§ 36 Mindestangaben in Zuchtbescheinigungen

Der Abstammungsnachweis muss mindestens folgende Angaben enthalten:

a) Name der Züchtervereinigung, die Bezeichnung des Zuchtbuches sowie ggfs. dessen Abteilung

b) Ausstellungstag und -ort

c)  Lebensnummer, Rasse

d) Name und Anschrift des Züchters und Besitzers

e) Deckdatum der Mutter

f)   Geburtsdatum, Geschlecht, Farbe und Abzeichen

g) Kennzeichnung

h) Namen, Lebensnummern, Farbe und Rasse der Eltern und bei reinrassigen Zuchttieren Namen, Lebensnummern und Rasse einer weiteren Generation

i)   Eintragung des Zuchtpferdes und seiner Vorfahren in die Abteilung eines Zuchtbuches

j)   die Unterschrift des für die Zuchtarbeit Verantwortlichen oder seines Vertreters

k)  das Ergebnis der Leistungsprüfung und der aktuellen Zuchtwertschätzung des Pferdes, seiner Eltern und bei reinrassigen Pferden auch seiner Großeltern.

Geburtsbescheinigung und Eintragungsbescheinigung müssen - soweit verfügbar - die gleichen Angaben wie der Abstammungs­nachweis enthalten.

§ 37 Brennordnung

Folgende Brandzeichen werden erteilt:

1. Original- und Nummernbrand

2. VSP- und Nummernbrand

3. Spezial- und Nummernbrand

4. Kontrollbrand und Nummernbrand


2      3


2      3


2      3


2      3

5. dreistelliger Nummernbrand

6. V-Brand und Nummernbrand

7. Eintragungsbrand VSP

8. Eintragungsbrand VSP

 1   2   3


2      3


2      3

Zu 1.: Fohlenbrand auf dem linken Hinterschenkel mit 2stelliger Ziffer für Fohlen aller Pony- und Kleinpferderassen bis ca. 148 cm Stockmaß, die eine Zuchtbescheinigung erhalten.

Zu 2.: Fohlenbrand für Fohlen auf dem rechten Hinterschenkel mit 2stelliger Ziffer. Der Brand wird vergeben für Fohlen der Rasse Schleswiger Kaltblut aus in die Hauptabteilung eingetragenen Müttern und Vätern.

Zu 3.: Fohlenbrand auf dem linken Hinterschenkel mit 2stelliger Ziffer für Fohlen der Spezialrassen über 148 cm Stockmaß, die eine Zuchtbescheinigung erhalten.

Zu 4.: Fohlenbrand für Fohlen aller Rassen auf dem linken Hinterschenkel mit 2stelliger Ziffer, die einen Pferdepass ohne Zuchtbescheinigung erhalten, sofern mindestens ein Elternteil eingetragen ist.

Zu 5.: Dreistelliger Nummernbrand auf dem linken Hinterschenkel für Stuten, die in die Hauptabteilung des Zuchtbuches eingetragen werden und noch kein Brandzeichen einer Züchtervereinigung haben.

Zu 6.: Eintragungsbrand auf dem linken Hinterschenkel mit 2 Ziffern für Stuten, die in die besondere Abteilung des Zuchtbuches eingetragen werden und noch kein Brandzeichen einer Züchtervereinigung haben.

Zu 7.: Eintragungsbrand auf dem linken Hinterschenkel für Stutbuch II - Stuten der Rasse Schleswiger Kaltblut.

Zu 8.: Eintragungsbrand auf dem linken Hinterschenkel für Stutbuch I - Stuten der Rasse Schleswiger Kaltblut.

§ 38 Mitgliederkartei und Bestandsmeldung

Das Pferdestammbuch unterhält eine Mitgliederkartei mit Angaben über die Körbezirkszugehörigkeit, Anschrift und den Bestand an eingetragenen Zuchtpferden. Die Kartei ist die Grundlage für die Beitragsrechnung. An- und Abmeldungen von eingetragenen Zuchtpferden sind von den Mitgliedern laufend, mindestens jedoch einmal jährlich zum 15. Dezember, durchzuführen. Zuchtpferde, die von Mitgliedern nicht gemeldet sind und für die nicht der laufende Jahresbeitrag bezahlt ist, gelten als nicht eingetragen.

§ 39 Stallbuchblatt

Der Züchter erhält nach jeder Registrierung einer Fohlens einer Zuchtstute ein Stallbuchblatt für Stuten, das Angaben über deren Nachzucht enthält.

Die am 15.05.2008 neu gefasste Satzung wurde durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom 19.05.2010 in § 1 (Name, Sitz, Verbandsgebiet), § 2 Ziff. 7 (Zweck und Aufgaben), § 4 Ziff. 3 (Verlust der Mitgliedschaft), § 19 (Zuchtprogramm), § 21 (Zuchtmethode), § 22 (Kommissionen und Ausschüsse), § 23 (Bewertung), § 25 Ziff. 1, 3 (Verbandskörung der Hengste), § 26 Eintragung in das Zuchtbuch), § 27 (Mindestanforderungen neu: Kriterien für die Eintraung und Prämierung), § 28 Rasseschlüssel), § 29 (Leistungsprüfungen), § 30 (Populationsgröße), § 33 Ziff. 2, 4 (Zuchtbuchführung), § 34 Ziff. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7(Sicherung der Identität und Abstammung der Zuchtpferde), § 35 Ziff. 1, 2, 3 (Zuchtbescheinigung) und in § 36 (Mindestangaben in Zuchtbescheinigungen)